Schlaf · Deep Dive

SleepScore 100 Guide.

Ein Sleep Score bewertet die Qualität deines Schlafs anhand von Schlafdauer, Konsistenz, Tiefschlaf, REM-Schlaf, nächtlicher Herzfrequenz und Bewegungen während der Nacht. Dieser Guide konzentriert sich auf die Faktoren, die diese Messgrössen am stärksten beeinflussen.

Zielwerte

Zielwert

≥ 90 Min.

Tiefschlaf

Zielwert

≥ 90 Min.

REM-Schlaf

Zielwert

≥ 95 %

Schlafeffizienz

Zielwert

7 – 9 h

Schlafdauer

Zielwert

konstant

Schlaf- & Aufstehzeit

Das Protokoll

Zehn Hebel, ein Tag.

  1. Phase 01

    01

    Konstanter Aufstehzeitpunkt & Morgenlicht

    Die innere Uhr wird primär durch Licht und Regelmässigkeit gesteuert, weshalb der Morgen der wichtigste Hebel für die folgende Nacht ist.

    • ·Aufstehzeit ±30 Minuten konstant halten
    • ·10 bis 20 Minuten Tageslicht innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufwachen
    • ·Im Winter optional Lichttherapielampe
    • ·Wochenende möglichst ähnlich gestalten

    Warum relevant: Morgenlicht beeinflusst die circadiane Rhythmik und den Zeitpunkt der Melatoninfreisetzung.

  2. Phase 02

    02

    Koffein & Frühstück

    Koffein und die erste Mahlzeit beeinflussen Energie, Schlafdruck und Stoffwechsel über den gesamten Tag hinweg.

    • ·Erster Kaffee 90 bis 120 Minuten nach dem Aufstehen
    • ·Letzter Koffeinkonsum mindestens 10 Stunden vor dem Schlafen
    • ·30 bis 40 g Protein zum Frühstück
    • ·Vor dem ersten Kaffee ausreichend trinken

    Warum relevant: Koffein kann die Schlafarchitektur noch Stunden nach dem Konsum beeinflussen.

  3. Phase 03

    03

    Bewegung

    Regelmässige Bewegung gehört zu den wirksamsten nicht-pharmakologischen Hebeln für besseren Schlaf und mehr Tiefschlaf.

    • ·Mindestens 150 Minuten Zone 2 pro Woche
    • ·2 bis 3 Krafttrainings pro Woche
    • ·Intensive Einheiten bevorzugt früher am Tag
    • ·Keine harten Einheiten direkt vor dem Schlafengehen

    Warum relevant: Körperlich aktive Menschen schlafen im Durchschnitt besser und schneller ein.

  4. Phase 04

    04

    Letzte Mahlzeit

    Der Stoffwechsel sollte vor dem Schlafen zur Ruhe kommen, damit Kerntemperatur und Glukoseregulation den Tiefschlaf nicht stören.

    • ·Letzte grosse Mahlzeit etwa 3 Stunden vor dem Schlafengehen
    • ·Alkohol möglichst vermeiden
    • ·Späte grosse Mahlzeiten vermeiden
    • ·Bei Bedarf kleiner proteinreicher Snack

    Warum relevant: Späte Mahlzeiten können Schlafqualität, Blutzucker und Körpertemperatur beeinflussen.

  5. Phase 05

    05

    Licht am Abend

    Das Lichtniveau am Abend beeinflusst, wann der biologische Schlafbeginn einsetzt und wie tief die erste Nachthälfte wird.

    • ·Helles Licht am Abend reduzieren
    • ·Bildschirme dimmen
    • ·Warmes Licht bevorzugen
    • ·Starke Lichtquellen vermeiden

    Warum relevant: Licht ist einer der stärksten Regulatoren des circadianen Systems.

  6. Phase 06

    06

    Temperatur

    Die Körpertemperatur sinkt vor dem Einschlafen natürlicherweise ab, und eine kühle Schlafumgebung unterstützt diesen Prozess.

    • ·Schlafzimmer auf 17 bis 19 °C
    • ·Warme Dusche oder Bad 60 bis 90 Minuten vor dem Schlafengehen
    • ·Atmungsaktive Bettwäsche verwenden
    • ·Überhitzung vermeiden

    Warum relevant: Eine kühlere Schlafumgebung unterstützt den natürlichen Temperaturabfall.

  7. Phase 07

    07

    Nervensystem

    Der Übergang vom Tag in die Nacht sollte bewusst gestaltet werden, damit das sympathische Nervensystem rechtzeitig herunterfährt.

    • ·Atemübungen
    • ·Lesen statt Scrollen
    • ·Gedanken notieren
    • ·Entspannungsroutine etablieren

    Warum relevant: Stress und mentale Aktivierung können das Einschlafen erschweren.

  8. Phase 08

    08

    Schlafumgebung

    Die Umgebung beeinflusst die Schlafqualität oft stärker als vermutet, vor allem über Licht und Lärm in der Nacht.

    • ·Raum möglichst dunkel halten
    • ·Lärm reduzieren
    • ·Elektronische Geräte minimieren
    • ·Telefon ausserhalb des Betts aufladen

    Warum relevant: Licht und Lärm können die Schlafarchitektur beeinträchtigen, auch ohne vollständiges Aufwachen.

  9. Phase 09

    09

    Schlafkonsistenz

    Regelmässigkeit ist wichtiger als einzelne perfekte Nächte, weil ein stabiler Rhythmus alle anderen Hebel verstärkt.

    • ·Schlafenszeit möglichst konstant halten
    • ·Keine Snooze-Taste
    • ·Wochenenden ähnlich gestalten
    • ·Aufstehzeit priorisieren

    Warum relevant: Schlafkonsistenz ist eng mit Schlafqualität und langfristiger Gesundheit verbunden.

  10. Phase 10

    10

    Supplemente

    Supplemente können einzelne Faktoren unterstützen, ersetzen aber kein gutes Schlafprotokoll und entfalten ihre Wirkung erst auf einer soliden Basis.

    • ·Magnesium-Glycinat
    • ·Magnesium-Threonat
    • ·L-Theanin
    • ·Glycin
    • ·Melatonin nur situativ

    Warum relevant: Der grösste Effekt entsteht durch Schlafverhalten, Licht, Bewegung und Regelmässigkeit.

Hinweis

Zu Supplementen.

Nicht jedes Supplement ist für jede Person sinnvoll, denn Bedarf, Dosierung und Verträglichkeit unterscheiden sich individuell und hängen unter anderem von Ernährung, Blutwerten, Medikamenten und Gesundheitszustand ab. Einige Supplemente können Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen verursachen, weshalb die Informationen in diesem Guide der allgemeinen Orientierung dienen und keine individuelle medizinische Beratung ersetzen.

Troubleshooting

Wenn der Score nicht steigt.

Tiefschlaf niedrig

  • ·Alkohol reduzieren
  • ·Schlafzimmer kühler halten
  • ·Mehr Bewegung
  • ·Früher schlafen gehen

REM-Schlaf niedrig

  • ·Schlafdauer erhöhen
  • ·Alkohol vermeiden
  • ·Schlafkonsistenz verbessern

Häufiges Aufwachen

  • ·Stress reduzieren
  • ·Abendroutine optimieren
  • ·Temperatur und Licht prüfen

Lange Einschlafzeit

  • ·Koffein früher beenden
  • ·Licht am Abend reduzieren
  • ·Entspannungsroutine etablieren

Perimenopause

  • ·Schlafzimmer kühler halten
  • ·Schlafumgebung optimieren
  • ·Beschwerden ärztlich abklären

Messung

Was tracken, was ignorieren.

Wearables schätzen Schlafphasen anhand von Bewegung, Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität, wobei einzelne Nächte weniger relevant sind als Trends über mehrere Wochen.

Besonders relevant

  • · Schlafkonsistenz
  • · Ruhepuls
  • · HRV
  • · Tiefschlaf
  • · REM-Schlaf

Weniger relevant

  • · Kleine tägliche Schwankungen des Sleep Scores

Goldstandard

Polysomnografie im Schlaflabor.