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Exosomen

Medizinisch geprüftStand Juni 2026Quellen: 5 peer-reviewed Studien

Auf einen Blick

Exosomen sind nanoskalige Vesikel (30 bis 150 nm), die von Stammzellen ausgeschieden werden und Wachstumsfaktoren, mRNA und microRNA transportieren — die zentrale Kommunikationswährung zwischen Zellen.[1]

In der ästhetischen Dermatologie werden meist Stammzell-Exosomen (ASCE+, CALECIM, Plinest Exo) topisch nach Microneedling oder Laser appliziert. Sie sollen Fibroblasten aktivieren, Wundheilung beschleunigen und Entzündung modulieren.[2][3]

Indikationen: Wundheilung nach RF-Microneedling und Laser, Skin Quality Boost, Reduktion postoperativer Rötung, in moderater Evidenz auch Haarausfall und Akne-Narben.

Wichtig: Exosomen sind in EU/Schweiz nicht als injizierbares Medikament zugelassen — die übliche Anwendung ist topisch nach einer Trägertherapie. Kosten: CHF 250 bis 600 als Add-on, CHF 900 bis 1'800 für RF-Microneedling-Kombi.

Kategorie
Bioaktive Signalvesikel
Wirkstoff
Stammzell-Exosomen + Wachstumsfaktoren
Quellen
MSC, ASC, Plazenta, pflanzlich
Anwendung
Meist topisch nach Microneedling/Laser
Sitzungen
3 (Abstand 3 – 4 Wochen)
Downtime
1 – 2 Tage
Schmerzlevel
3 / 10 (durch Trägertherapie)
Kosten
CHF 250 – 600 Add-on

Wann sind Exosomen sinnvoll?

Gut geeignet

  • Wundheilung nach Laser oder RF-Microneedling
  • Reduktion postoperativer Rötung
  • Skin Quality, Glow
  • Hauttextur und Tonus

Eingeschränkt geeignet

  • Androgenetische Alopezie (Kopfhaut)
  • Akne-Narben (adjuvant)
  • Rosacea, entzündliche Hautzustände
  • Melasma (modulierend)

Nicht geeignet

  • Volumenaufbau (besser Filler)
  • Tiefe statische Falten
  • Ersatz für HIFU oder RF (echte Straffung)
  • Alleinige Anti-Aging-Strategie

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Exosomen sind in fast allen Fällen ein Add-on zu einer Trägertherapie wie Microneedling, RF-Microneedling oder Laser. Als Solo-Therapie ist die Wirkung deutlich schwächer und die Evidenz dünner.

Behandlung und Ablauf

Vor der Behandlung
  • Vorbereitung wie für die Trägertherapie (Microneedling, RF-Microneedling oder Laser).
  • 4 Wochen vorher: Keine direkte Sonne, kein Solarium.
  • 5 Tage vorher: Retinoide, AHA/BHA pausieren.
  • Bei Herpes-Anamnese: Antivirale Prophylaxe ab dem Vortag.
  • Am Tag selbst: Topische Anästhesie 30 bis 60 Minuten vorher.
Während der Behandlung (60 – 90 Min)
  1. Reinigung, Desinfektion, Anästhesie.
  2. Microneedling oder RF-Microneedling als Trägertherapie, um Mikrokanäle zu öffnen.
  3. Topische Applikation des Exosomen-Serums auf die behandelte Haut.
  4. Einarbeitung mit sanfter Massage oder LED-Maske.
  5. Abschluss mit beruhigender Maske und Sonnenschutz.

Schmerz wird durch die Trägertherapie bestimmt, das Exosomen-Serum selbst ist schmerzfrei.

Heilungsverlauf und Resultat
  • Tag 0 – 2: Rötung und Schwellung, oft milder als nach reinem Microneedling/RF.
  • Tag 3 – 5: Glow-Phase, glattere Haut, Make-up wieder möglich.
  • Woche 2 – 4: Sichtbare Verbesserung von Hauttextur, Glow, Tonus.
  • Woche 8 – 12: Volles Resultat einer Sitzung, beste Bewertung nach 3 Sitzungen.
  • 3 – 6 Monate: Wirkdauer einer Sitzung, danach Erhaltung oder Wiederholung.
Regulatorische Lage in der Schweiz und EU

Exosomen sind in der EU und Schweiz nicht als injizierbares Medikament zugelassen.[5] Die Anwendung erfolgt in der Regel:

  • Topisch nach Microneedling oder Laser — als Kosmetikum oder Cosmeceutical eingestuft.
  • Nicht als Injektion — die Injektion in die Dermis fällt unter Arzneimittelrecht und ist nicht zugelassen.

Wer ein injizierbares Exosomen-Produkt angeboten bekommt, sollte gezielt nach der regulatorischen Einordnung fragen.

Risiken & Nebenwirkungen

Exosomen gelten als gut verträglich. Die meisten Komplikationen entstehen durch die Trägertherapie, nicht durch die Exosomen selbst.

Nebenwirkungen und Häufigkeit
NebenwirkungHäufigkeitDauer
Rötung, Schwellung (durch Trägertherapie)fast immer1 – 3 Tage
Leichte TrockenheithäufigTage
Allergische Reaktion auf HilfsstoffeseltenTage
Herpes-Reaktivierungselten, bei DispositionTage
Knötchen bei zu konzentrierter Anwendungsehr seltenWochen
Infektion bei mangelnder Asepsissehr seltenvariabel
Kontraindikationen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Aktive Hautinfektion am Anwendungsort
  • Bekannte Allergie auf Hilfsstoffe
  • Aktive Krebserkrankung
  • Aktive Autoimmunerkrankungen
  • Immunsuppressive Therapie

Exosomen in der Schweiz

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Impressionen aus Social Media

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FAQ

Häufige Fragen zu Exosomen

Direkt beantwortet, mit Fakten und realistischen Erwartungen. Quellen am Ende der Seite.

Was sind Exosomen und wie wirken sie auf der Haut?

Exosomen sind nanoskalige Vesikel (30 bis 150 nm), die von praktisch allen Zellen ausgeschieden werden. Sie transportieren Wachstumsfaktoren, Zytokine, mRNA und microRNA zwischen Zellen und gelten als zentrales Kommunikationsmittel des Körpers.<sup>[1][2]</sup>

In der ästhetischen Medizin werden meist Exosomen aus mesenchymalen Stammzellen verwendet (humane Plazenta-Stammzellen, ASC, oder Rosen-Stammzellen aus Pflanzen). Topisch nach Microneedling oder Laser appliziert oder per Mikrokanüle injiziert, sollen sie Fibroblasten aktivieren, die Wundheilung beschleunigen, Entzündung modulieren und die Kollagensynthese stimulieren.

Wichtig: Die regulatorische Situation in der Schweiz ist komplex (siehe Frage 4) und die klinische Evidenz ist vielversprechend, aber jünger als bei Polynukleotiden oder PRP.

Welche Exosomen-Produkte sind in der Schweiz verfügbar?

Die in europäischen Praxen am häufigsten eingesetzten Produkte:

- ASCE+ (ExoCoBio, Südkorea): Pionier am asiatischen Markt, aus adipogenen Stammzellen. Varianten: SRLV, HRLV (Haarausfall), MB (mehr Multi-Booster). - Plinest Exo (Mastelli, Italien): Kombination aus Polynukleotiden und Exosomen. - Cellbooster Exosome (Schweiz): weniger verbreitet, lokal hergestellt. - CALECIM Professional (Singapur): Exosomen aus Hirschembryo-Stammzellkultur, in Europa als Cosmeceutical vertrieben. - Pflanzliche Exosomen (Rosen-, Edelweiss-Stammzellen): als Cosmeceutical, weniger reguliert.

Die meisten Praxen verwenden Exosomen als topische Applikation nach RF-Microneedling oder Laser, nicht als injizierbare Substanz, weil die regulatorische Lage für Injektionen restriktiver ist.

Wann sind Exosomen indiziert?

Gut belegt (durch Studien): - Beschleunigte Wundheilung nach ablativen Lasern und RF-Microneedling<sup>[3]</sup> - Reduktion postoperativer Rötung und Schwellung - Skin Quality Boost im Verlauf von 4 bis 12 Wochen

Moderat belegt: - Androgenetische Alopezie (Kopfhaut-Anwendung)<sup>[4]</sup> - Akne-Narben (adjuvant zu Microneedling) - Rosacea und entzündliche Hautzustände - Melasma (Reduktion über Modulation)

Begrenzt belegt: - Volumenaufbau (das ist Filler-Domäne) - Tiefe statische Falten - Ersatz für etablierte Verfahren wie HIFU oder RF

Die Studienlage wächst schnell, ist aber noch nicht auf dem Niveau von Polynukleotiden, PRP oder etablierten Energy-Devices.

Wie ist die regulatorische Situation in der Schweiz?

Wichtig: Exosomen sind in der EU und Schweiz nicht als injizierbares Medikament zugelassen. Die rechtliche Einordnung ist uneinheitlich:

- Topische Anwendung nach Microneedling oder Laser: gängige Praxis, als Kosmetikum oder Cosmeceutical eingestuft. - Injektion: in der EU regulatorisch in einer Grauzone, daher von vielen Klinikketten nur als topische Off-label-Anwendung angeboten. - In den USA hat die FDA 2020 explizit gewarnt, dass Exosomen-Produkte für die Injektion nicht zugelassen sind und Anbieter strafrechtlich verfolgt wurden.

In der Schweiz wird die Anwendung weitgehend als Kombinations-Verfahren mit Microneedling oder Laser angeboten, wobei das Exosomen-Serum nach der Behandlung topisch auf die Haut aufgetragen wird und durch die offenen Mikrokanäle aufgenommen wird.

Was kostet eine Exosomen-Behandlung in der Schweiz?

Pro Sitzung (typisch als Add-on zu Microneedling/RF/Laser): - Exosomen topisch nach Microneedling: CHF 250 – 600 als Add-on - Microneedling + Exosomen (gesamt): CHF 600 – 1'200 - RF-Microneedling + Exosomen: CHF 900 – 1'800 - Exosomen-Kopfhaut-Behandlung: CHF 500 – 900 - 3er-Paket Gesicht: CHF 2'200 – 4'500

Exosomen sind das Premium-Add-on in der ästhetischen Dermatologie. Die Preise reflektieren komplexe Herstellung, regulatorische Anforderungen und Markenwert.

Wie läuft eine Exosomen-Behandlung typisch ab?

Standardprotokoll (topisch nach Microneedling oder RF-Microneedling):

1. Reinigung und Desinfektion der Haut. 2. Topische Anästhesie (30 Minuten Einwirkzeit). 3. Microneedling oder RF-Microneedling als Trägertherapie, um Mikrokanäle in die Dermis zu öffnen. 4. Direkte topische Applikation des Exosomen-Serums auf die behandelte Haut. 5. Einarbeitung mit sanfter Massage oder LED-Maske. 6. Abschluss mit beruhigender Maske und Sonnenschutz.

Die Sitzung dauert 60 bis 90 Minuten. Direkt nach der Behandlung sind Rötung und leichte Schwellung sichtbar, klingen aber wegen der entzündungsmodulierenden Exosomen-Wirkung typischerweise schneller ab als nach reinem Microneedling.

Wann ist das Resultat sichtbar?

Tag 0 – 2: Rötung und Schwellung, oft milder als nach reinem Microneedling/RF.

Tag 3 – 5: Glow-Phase, glattere Haut, Make-up wieder möglich.

Woche 2 – 4: Sichtbare Verbesserung von Hauttextur, Glow, Tonus.

Woche 8 – 12: Volles Resultat einer einzelnen Sitzung, beste Bewertung nach 3 Sitzungen.

Die Wirkdauer einer einzelnen Sitzung ist deutlich kürzer als bei strukturellen Verfahren wie HIFU oder RF — typisch 3 bis 6 Monate. Exosomen werden daher meist als regelmässiges Add-on zu einem Verfahrens-Stack eingesetzt, nicht als alleinige Behandlung.

Welche Risiken und Limitationen gibt es?

Häufig: Rötung, Schwellung (1 bis 3 Tage, oft milder als nach reinem Microneedling/RF).

Selten: Allergische Reaktion auf Hilfsstoffe, Knötchen bei zu konzentrierter Anwendung, Herpes-Reaktivierung.

Sehr selten: Infektion bei mangelnder Asepsis, unerwünschte immunologische Reaktion (theoretisch, sehr selten dokumentiert).

Limitationen, die ehrlich genannt werden müssen: - Regulatorisch ungeklärte Lage für Injektion - Studienlage jünger als bei Polynukleotiden oder PRP - Hoher Preis im Verhältnis zu klinisch nachgewiesenem Mehrwert - Qualitätsunterschiede zwischen Anbietern erheblich - Pflanzliche Exosomen mechanistisch nicht gleichwertig mit Stammzell-Exosomen

Wer Exosomen einsetzt, sollte sich für ein klinisch dokumentiertes Produkt entscheiden und realistische Erwartungen haben.