treatments/methode/polynukleotide
Polynukleotide
Auf einen Blick
Polynukleotide sind injizierbare DNA-Fragmente, meist aus gereinigten Lachs-Geschlechtszellen, die in der mittleren Dermis Fibroblasten aktivieren und die Kollagen-, Elastin- und Mikrogefäss-Regeneration stimulieren.[1]
Im Unterschied zu Hyaluronsäure-Boostern wirken sie nicht über Wasserbindung, sondern als biologisches Reparatur-Signal. Die bekannteste Marke ist Rejuran, weitere etablierte Produkte am europäischen Markt sind Plinest, Nucleofill und Plenhyage.
Indikationen: Hautqualität und Glow, periorbitale Region und Tränenrinne, Halsfältchen, Akne-Narben, Wundheilung nach Laser/RF-Microneedling, in moderater Evidenz auch Haarausfall.
Protokoll: 3 bis 4 Sitzungen alle 2 bis 4 Wochen. Kosten: CHF 400 bis 750 pro Sitzung Gesicht. Downtime 1 bis 2 Tage. Sichere Anwendung bei allen Hauttypen, kontraindiziert in Schwangerschaft und bei Fischallergie.
- Kategorie
- Injizierbarer Biostimulator
- Wirkstoff
- Polynukleotide (PDRN) aus Lachs-DNA
- Marken
- Rejuran, Plinest, Nucleofill, Plenhyage
- Injektionstiefe
- Mittlere Dermis
- Sitzungen
- 3 – 4 (Abstand 2 – 4 Wochen)
- Downtime
- 1 – 2 Tage
- Schmerzlevel
- 3 / 10
- Kosten
- CHF 400 – 750 / Sitzung
Wann sind Polynukleotide die richtige Wahl?
← swipe →
Gut geeignet
- Hautqualität, feines Knittern
- Periorbitale Region, Tränenrinne
- Halsfältchen, Dekolleté
- Akne-Narben (adjuvant zu Microneedling/Laser)
- Wundheilung nach Resurfacing
- Reizungsreduktion bei Rosacea
Eingeschränkt geeignet
- Androgenetische Alopezie (Kopfhaut)
- Stretch Marks (frühe Phase)
- Hände, Ellbogen, Knie (Hautqualität)
- Augenringe (begleitend)
Nicht geeignet
- Volumenlifting (besser Filler oder Biostimulator)
- Tiefe statische Falten
- Ausgeprägte Hauterschlaffung
- Ersatz für RF/HIFU bei echter Laxität
Polynukleotide sind ein Skin Quality Booster, kein Volumen-Filler. Für sichtbares Lifting werden sie oft mit Biostimulatoren (PLLA, CaHa) oder Hyaluronsäure-Fillern kombiniert.
Behandlung und Ablauf
Vor der Behandlung
- 3 – 5 Tage vorher: Blutverdünner, ASS und Fischöl pausieren (sofern medizinisch vertretbar).
- 7 Tage vorher: Keine intensive Sonne, kein Solarium.
- Bei Herpes-Anamnese: Antivirale Prophylaxe ab dem Vortag.
- Am Tag selbst: Optional topische Anästhesie 30 Minuten vor der Sitzung.
Während der Behandlung (20 – 40 Min)
Die Behandlerin reinigt und desinfiziert die Haut, markiert die Behandlungszonen und injiziert die Polynukleotid-Lösung intradermal:
- Mikropapel-Technik: kleine Quaddeln im Raster, präzise Verteilung.
- Linear-Technik mit Mikrokanüle: fliessende Verteilung in grossen Arealen.
- Volumen pro Gesichtshälfte: 1 bis 2 ml.
Schmerz mit Anästhesie 2/10, ohne Anästhesie 3 bis 4/10. Direkt nach der Sitzung sind kleine Quaddeln und leichte Rötung sichtbar.
Heilungsverlauf
- Stunden 0 – 12: Quaddeln und leichte Rötung, klingen ab.
- Tag 1 – 2: Leichte Druckempfindlichkeit, vereinzelt blaue Flecken.
- Tag 3 – 5: Haut wieder unauffällig, Make-up problemlos.
- Woche 2 – 4: Erste subtile Verbesserung von Glow und Textur.
- Woche 8 – 12: Volle strukturelle Wirkung nach 3 bis 4 Sitzungen sichtbar.
Wirkung im Detail — was sagen die Studien?
Polynukleotide binden an A2A-Adenosin-Rezeptoren der Fibroblasten und lösen folgende Effekte aus:[5]
- Stimulation der Kollagen- und Elastinsynthese über die Aktivierung intrazellulärer Reparatur-Signalwege.
- Antientzündliche Wirkung über Modulation pro-inflammatorischer Zytokine.
- Förderung der Mikroangiogenese, was den Hautmetabolismus verbessert.
- Antioxidativer Effekt in der Dermis.
Die Studienlage ist solide für Hautqualität und Augenregion, vielversprechend aber kleiner für Haarausfall und Akne-Narben.[2][3]
Risiken & Nebenwirkungen
Polynukleotide gehören zu den sichersten injizierbaren Behandlungen in der ästhetischen Medizin. Die meisten Nebenwirkungen sind kurz anhaltende Injektionsreaktionen.
Nebenwirkungen und Häufigkeit
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Dauer |
|---|---|---|
| Quaddeln an Einstichstellen | fast immer | Stunden |
| Rötung, leichte Schwellung | häufig | Stunden bis 2 Tage |
| Blaue Flecken | 20 – 30 von 100 | 3 – 7 Tage |
| Druckempfindlichkeit | häufig | 1 – 2 Tage |
| Knötchen bei zu oberflächlicher Injektion | selten | Wochen |
| Reaktivierung Herpes labialis | selten, bei Disposition | Tage |
| Infektion oder Granulom | sehr selten | Wochen |
Kontraindikationen
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Aktive Hautinfektion am Injektionsort
- Echte Fischallergie
- Aktive Autoimmunerkrankungen (Lupus, schwere Psoriasis)
- Blutgerinnungsstörungen
- Aktive Krebserkrankung
Polynukleotide in der Schweiz
Karte wird geladen …
Auswahl etablierter Anbieter, keine medizinische Empfehlung. Verfügbarkeit, Geräte und Preise vorab telefonisch verifizieren. Standortdaten via OpenStreetMap.
Impressionen aus Social Media
Social-Media-Einblicke zu Ablauf und Resultaten folgen in Kürze.
FAQ
Häufige Fragen zu Polynukleotide
Direkt beantwortet, mit Fakten und realistischen Erwartungen. Quellen am Ende der Seite.
Was sind Polynukleotide und wie wirken sie in der Haut?
Polynukleotide (PN) sind hochmolekulare DNA-Fragmente, meist aus den Geschlechtszellen von Lachs oder Forelle gewonnen und gereinigt. Injiziert in die mittlere Dermis, binden sie an spezifische Adenosin-Rezeptoren der Fibroblasten und stimulieren so die Kollagen- und Elastinsynthese, die mikrovaskuläre Regeneration und einen antientzündlichen Effekt.<sup>[1][2]</sup>
Im Unterschied zu Hyaluronsäure-Boostern wirken Polynukleotide nicht primär über Wasserbindung, sondern über die Aktivierung der körpereigenen Reparaturmechanismen. Sichtbar wird das in Form von dichterer Hautstruktur, verbessertem Tonus und reduzierten feinen Falten — typischerweise 6 bis 12 Wochen nach Behandlungsstart.
Polynukleotide vs Rejuran — was ist der Unterschied?
Rejuran ist die bekannteste Polynukleotid-Marke (PharmaResearch, Südkorea) und enthält Polydeoxyribonukleotide (PDRN). PDRN ist eine spezifische Unterform der Polynukleotide mit definiertem Molekulargewicht.
Andere Polynukleotid-Produkte am europäischen Markt: Plinest und Newest (Mastelli, Italien), Nucleofill (Promoitalia), Plenhyage (Aesthetics Group). Die Wirkstoffklasse ist vergleichbar, Unterschiede liegen in Konzentration, Molekulargewicht, Trägerlösung und Indikationen-Fokus (z.B. Plenhyage Eyes für Augenregion, Nucleofill Strong für tieferes Lifting).
Kurz: Rejuran ist eine Polynukleotid-Marke, aber nicht jede Polynukleotid-Behandlung ist Rejuran.
Wann sind Polynukleotide indiziert?
Gut belegt: - Hauttextur, feines Knittern, Skin Quality Boost<sup>[2]</sup> - Augenregion: dünne Lidhaut, Tränenrinne (mit Vorsicht), feine Linien<sup>[3]</sup> - Halsfältchen, Dekolleté - Akne-Narbenremodelling als Adjuvans zu Microneedling oder Laser - Begleittherapie bei Rosacea zur Reizungsreduktion
Moderat belegt: - Haarausfall (intradermale Injektion in die Kopfhaut)<sup>[4]</sup> - Wundheilung nach Laser/RF-Microneedling - Stretch Marks (frühe Phase)
Begrenzt belegt: Echtes Volumenlifting (das ist Filler-Domäne), tiefe statische Falten, ausgeprägte Hauterschlaffung.
Wie viele Sitzungen brauche ich und was kosten Polynukleotide in der Schweiz?
Standard-Protokoll: 3 bis 4 Sitzungen im Abstand von 2 bis 4 Wochen, danach Erhaltung alle 6 bis 12 Monate.
Kosten Schweiz (pro Sitzung): - Gesicht: CHF 400 – 750 - Augenregion: CHF 350 – 600 - Hals oder Dekolleté: CHF 450 – 800 - Kopfhaut bei Haarausfall: CHF 500 – 900 - 3er-Paket Gesicht: CHF 1'100 – 2'000
Markenpräparate (Rejuran, Plinest, Nucleofill) bewegen sich am oberen Ende, generische Polynukleotid-Skin-Booster eher im mittleren Bereich. Der Preis hängt stark vom Markennamen ab, weniger von der Wirkstoffmenge.
Wie läuft eine Polynukleotid-Behandlung ab?
Die Haut wird gereinigt und gegebenenfalls mit topischer Anästhesie vorbehandelt. Die Behandlerin injiziert die Polynukleotid-Lösung intradermal, entweder mit einer feinen Nadel im Mikropapel-Muster oder mit einer Mikrokanüle in fliessender Technik.
Pro Gesichtshälfte werden typisch 1 bis 2 ml verteilt. Die Sitzung dauert 20 bis 40 Minuten, ist mässig schmerzhaft (2 bis 4 von 10) und führt zu sichtbaren Quaddeln, die innerhalb von 4 bis 24 Stunden abklingen.
Die ersten Effekte werden meist nach der zweiten Sitzung wahrgenommen, das volle Resultat 8 bis 12 Wochen nach Abschluss des Protokolls.
Wie sicher sind Polynukleotide bei dunkler Haut, Schwangerschaft oder Autoimmunerkrankungen?
Dunkle Haut: Polynukleotide gelten als sicher für alle Fitzpatrick-Hauttypen, weil sie nicht thermisch oder ablativ wirken. Postinflammatorische Hyperpigmentierung ist sehr selten.
Schwangerschaft und Stillzeit: Keine Studien, daher kontraindiziert.
Autoimmunerkrankungen: Polynukleotide modulieren die lokale Immunantwort. Bei aktiven Autoimmunerkrankungen (Lupus, schwere Psoriasis, aktive Hashimoto) wird die Behandlung in der Regel zurückgestellt. Bei stabilen, gut eingestellten Verläufen ist eine Behandlung nach individueller Abklärung möglich.
Fischallergie: Echte Fischallergie ist eine Kontraindikation, weil das Ausgangsmaterial Fisch-Geschlechtszellen sind.
Polynukleotide oder Hyaluronsäure-Skin-Booster — welche Behandlung ist die richtige?
Beides sind injizierbare Skin Booster, aber mit unterschiedlichem Wirkprinzip:
- Hyaluronsäure-Booster (z.B. Profhilo, Skinvive, Restylane Vital) wirken primär über Hydration und Volumeneffekt und liefern schnellen, glättenden Glow. - Polynukleotide wirken über Stimulation der Fibroblasten und Reparaturmechanismen, mit langsamerem aber strukturellerem Aufbau.
In der Praxis werden beide oft kombiniert oder im Wechsel angewendet: Hyaluronsäure für sofortigen Glow, Polynukleotide für strukturelle Verbesserung. Bei dünner Augenhaut, Akne-Narben oder gereizter Haut sind Polynukleotide meist die bessere Wahl.
Welche Risiken und Nebenwirkungen muss ich kennen?
Häufig: kleine Quaddeln und Rötung an Einstichstellen (Stunden), leichter Druckschmerz, vereinzelt blaue Flecken (Tage).
Selten: vorübergehende Schwellung (1 bis 3 Tage), Knötchen bei zu oberflächlicher Injektion (klingen in der Regel innerhalb Wochen ab), Reaktivierung von Herpes labialis.
Sehr selten: Infektion (typisch bei mangelnder Asepsis), allergische Reaktion (insbesondere bei Fischallergie), Granulombildung.
Wie bei jedem Injektionsverfahren ist die Erfahrung der Behandlerin der grösste Sicherheitsfaktor, gefolgt von der Produktqualität (CE-zertifizierte, in der EU vertriebene Präparate).